Entstehung einer Schau - Schritt für Schritt

Sie machen eine Reise und wissen bereits, dass Sie Ihre Reiseeindrücke später Freunden oder einem grösseren Publikumskreis zeigen möchten. Damit sind grundsätzlich die Voraussetzungen gegeben, dass eine abgerundete Präsentation gelingen kann, denn Sie können sich eigentlich ideal auf dieses "Projekt" vorbereiten. Wichtig und entscheidend ist, dass Sie unterwegs nicht nur mit dem Kopf und stur nach vorgefertigem Plan zur Sache gehen, sondern eine Reise mit allen Sinnen erleben und diese Erlebnisse dann nach der Rückkehr dank guter Vorbereitung und kluger Arbeitstechnik in eine Präsentation umsetzen, die Ihnen Komplimente eintragen wird.

Hier die 15 wichtigsten Schritte zur Entstehung einer Reise-Sow bzw. einer Reise-Vortragsshow:

Schritt...    Wichtig zu beachten...
     

1: Idee, Vorbereitung

 

Eine Idee ist gut. Aber sie kann sich nur verwirklichen, wenn sie gleichzeitig ein Ziel darstellt. Kein Ziel ist ohne eine gewisse Anstrengung oder auch Widerstände zu erreichen. Deshalb ist wichtig, dass man auf ein Ziel mit Begeisterung zuschreitet. Ist dies der Fall, werden Sie alle Hürden meistern. Seien Sie vernünftig genug, eine erste Idee nicht gleich mit einem überambitionierten Ziel zu verbinden. Geben Sie sich die Chance, Schritt für Schritt dem Ziel entgegenzuschreiten und mit jedem Schritt neu zu lernen.

Zur Vorbereitung gehört, dass Sie sich Ihrer Idee sicher sind. Aber es gibt auch andere praktische und eigentlich unerlässliche Vorbereitungen:

Technische Vorbereitung: Stellen Sie sicher, dass Sie mit den technischen Geräten, die Sie mitnehmen (Foto-, ev. Videokamera vertraut) soweit vertraut sind, dass Sie mit den Ergebnissen, die Ihnen die Ihre Geräte liefern, zufrieden sind. Die Kameratechnik ist heute soweit fortgeschritten, dass Automatik-Programm ganz gute Ergebnisse liefern. Andererseits wissen immer weniger Leute, was eine Kamera wirklich macht und fühlen sich dann entsprechend hilflos, wenn zum Beispiel fehlbelichtete Bilder resultieren. Natürlich ist es möglich, durch spätere Bildkorrekturen technische Mängel auszugleichen oder zu beheben. Aber das kostet Zeit. Gehen Sie also auf Fotopirsch, bevor Sie sich auf eine Reise aufmachen. Machen Sie viele Aufnahmen, von Nah- und Detailaufnahmen bis hin zu Landschaftsbildern. Schauen Sie die Bilder an Ihrem Computer-Monitor an. Im Bedarfsfall besuchen Sie einen Fotokurs, damit Sie lernen, wie Sie bei ungewöhnlihcen Beleuchtungssituationen durch Belichtungskorrekturen zu guten Ergebnissen kommen.

Vorbereitung auf die Reise selbst: Setzen Sie sich mit Ihrem Reiseziel auseinander. Besorgen Sie sich Bildbände oder leihen Sie welche in der Bibliothek, studieren Sie Reiseführer, surfen Sie im Internet und tauchen dort in die Erlebniswelt anderer ein. Das hilft Ihnen, schlüssig zu werden, welche Orte Sie unterwegs anpeilen möchten. Lassen Sie sich inspirieren von den Bildern anderer - aber nehmen Sie sich nicht unbedingt vor, genau die gleichen Bilder zu realisieren. Sehen Sie wirklich alles als Inspiration, die in Ihren eigenen Bildern Ihre individuelle Ausprägung bekommt. Je mehr Sie über Ihr Reiseland im voraus wissen, umso mehr werden Sie unterwegs sehen. Stossen Sie bereits in der Vorbereitungsphase auf Informationen, die Sie speziell interessieren, könnte dies bereits ein Thema sein, dem Sie auf der Reise dann ein besonderes Augenmerk schenken. Denken Sie schon im voraus daran: Wenn Sie nach Rückkehr über ein Thema ausführlicher erzählen möchten, ist es auch wichtig, dass diese Ausführlichkeit auch in Ihren Bildern vorhanden ist. Beispiel: Fotografieren Sie nicht einfach einen schönen Palmenstrand an einem exotischen Inselparadies, sondern zeigen sie mit mehreren Aufnahmen, welch vielseitigen Nutzen die Kokospalme den Menschen liefert (Baumaterial, Speis und Trank, Öl, Schatten).

     
 2: Ausrüstung  

Eine kleine kompakte Ausrüstung, vielleicht sogar "nur" mit einem einzigen Zoom-Objektiv, ist besser als umfangreiches Zubehör, das Ihnen die Freude am Fotografieren verdirbt. Dazu kommt, dass man sich mit einer "schlanken" Fotoausrüstung weniger auffällig macht und bei den Menschen des besuchten Landes oft besser "ankommt".

Wer sich für Landschaftsfotografie interessiert, erzielt auch mit einer Digital-Kamera mit dem Einsatz eines Stativs nach wie vor technisch bessere Bilder. Gerade bei Postervergrösserungen kommt zum Vorschein, ob ein Bild technisch sorgfältig aufgenommen wurde.

Die meisten Kameras haben heute eingebaute Blitzgeräte, mit denen man im Normalfall als Amateur die meisten Situationen meistern kann. Wer einen zusätzlichen Blitz mitnimmt, hat selbstverständlich mehr Möglichkeiten, er macht sich als Fotograf unterwegs aber auch auffälliger.

Analoge oder digitale Kamera? Heute spricht eigentlich alles für digital. Wo Stromversorgung fehlt, kann man einige Ersatzakkus und Speicherkarten mitnehmen, mit denen man tausende von Bildern in hoher Auflösung realisieren kann.

     
3. Bilddokumentation: Fotografie / Video    
     
4. Dokumentation / Reisetagebuch
  Ein Reisetagebuch, ob digital auf einem Laptop oder auf Papier, ist die beste und unmittelbarste Art, Erlebtes festzuhalten. Oft bin ich erstaunt, was ich unterwegs so alles auffange. Alles, was uns unterwegs so zum Lachen oder Staunen bringt, ist ja potentiell dazu geeignet, auch die Menschen zu unterhalten, denen wir von unserer Reise erzählen. Anekdoten so niederschreiben, wie man sie erlebt. Wenn Ihnen unterwegs Menschen ihre Geschichten erzählen, schreiben Sie sie auf. Oft machen gerade kleine, anfänglich belanglos erscheinende Details den eigentlichen Reiz einer kleinen Geschichte aus. Fragen Sie die Menschen nach ihren Namen. Geschichten wirken viel stärker, wenn sie sich mit Menschen in Verbindung bringen lassen. Ich mache, damit mir nichts Originelles oder Interessantes entgeht, tagsüber auf in meinen kleinen Block viele stichwortartige Notizen, die ich dann Abends in mein Reisetagebuch übertrage und breiter ausformuliere. 
5. Reiseauswertung: Sichtung, Bildarchivierung    
     
6. Ablaufskizze: Die Schau erhält ein erstes grobes Raster    
     
7. Bildauswahl: Was ist mit meinen Bildern an Visualisierung machbar?    
     
8. Informationsaufbereitung:
Vorhandene Informationen, Nachrecherchen: Was und wie und wieviel erzähle ich zu den Bildern?
   
     
9. Musik, Originalton: Passende Musik suchen, Originalton-Aufnahmen bereitstellen.    
     
10.  Wie gestalte ich Titel und Karten? Soll die Schau gar ein "Design" erhalten?
Wo setze ich solche "Design"-Elemente ein?
   
     
11. Die Vorstellungen der Visualisierung und Erzählinhalte haben sich verdichtet: Das Drehbuch steht!    
     
12. Die technische Umsetzung des Drehbuchs auf der Präsentationssoftware Wings Platinum    
     
13. Programmierung und
Synchronisation
   
     
15. Einstudierung des Kommentars    
     
16. Testvorführung    
     
17. Go public! Freue Dich, denn das Ziel ist erreicht (und ein bisschen Lampenfieber schadet auch nicht...)    


 

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